EHEC- Infektionen: Hygiene beachten

Seit Anfang Mai ist in Deutschland eine Häufung von Infektionen mit EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli), einer besonderen Art von Darmbakterien, mit schweren Verläufen zu beobachten. Die gemeldeten Krankheitsfälle zeigen eine ungewöhnliche Verschiebung bezüglich der betroffenen Altersgruppe: Während typischerweise Kinder unter 5 Jahren erkranken, sind nun vor allem Erwachsene, hauptsächlich junge Frauen, betroffen. Die Forscher bemühen sich aktuell weiterhin, die Infektionsquelle zu ermitteln.

EHEC- Infektionen können Durchfallerkrankungen verursachen. Besonders gefürchtet sind die Keime, weil sie unter Umständen bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen führen können.

Seit 2001 müssen alle EHEC- Erkrankungen bundesweit gemeldet werden, dies sind üblicherweise etwa 1.000 pro Jahr. Die derzeitige Häufung der Erkrankungsfälle ist daher ungewöhnlich und auch die erkrankten Altergruppen sind untypisch. Die Übertragung kann über mit den Erregern verunreinigte Lebensmittel oder aber auch von Mensch zu Mensch über so genannte Schmierinfektionen erfolgen. Da eine konkrete Infektionsquelle noch nicht gesichert, ist die Vermeidung des Infektionsrisikos mit EHEC unter Beachtung der bekannten Ansteckungswege wichtig.

Infektionen vermeiden: auf Hygiene achten

  1. Schmierinfektionen: Händewaschen schützt
    Auch nach dem Ende des aktuellen Ausbruchs kann der Erreger weiterhin von Mensch zu Mensch durch so genannte Schmierinfektionen (fäkal-oral) weitergegeben werden – also über verunreinigte Hände in den Mund. Der beste Schutz gegen diese Übertragung ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife und sorgfältiges Abtrocknen:
  •     vor der Zubereitung von Speisen,
  •     vor dem Essen,
  •     nach dem Toilettengang,
  •     nach Kontakt mit Tieren.

Bei kleinen Kindern sollte zudem auf sauberes Wasser im Planschbecken und unverschmutzten Sand im Sandkasten geachtet werden.

2. Schutz vor lebensmittelbedingten EHEC-Infektionen
Neben der Empfehlung zurzeit auf den Verzehr von aus Ägypten importierten Bockshornkleesamen sowie aus ihnen gezogenen rohen Sprossen und Keimlingen zu verzichten, sollten die allgemeinen Empfehlungen zur Lebensmittelhygiene weiterhin beachtet werden.

Wie die meisten Erreger von Erkrankungen, die über verunreinigte Lebensmittel übertragen werden können, lassen sich auch EHEC-Bakterien durch Erhitzen beim Kochen, Braten oder Pasteurisieren (bei 70°C für 10 Minuten) abtöten. Tiefgefrieren garantiert hingegen nicht, dass ein Lebensmittel vollständig frei von EHEC wird.  Zur Vermeidung lebensmittelbedingter Infektionen sind folgende Hygienemaßnahmen bei der Zubereitung von Speisen empfohlen (vgl. Bundesinstitut für Risikobewertung):

  • Roh verzehrtes Gemüse und Obst gründlich waschen und ggf. schälen.
  •     Fleisch und Hackfleisch von Wiederkäuern vor dem Verzehr ausreichend erhitzen (mindestens 70° C für mehrere Minuten).
  •     Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch verschiedene Bretter, Teller, Messer und Zangen benutzen.
  •     Auf Rohmilch verzichten oder zumindest vor dem Verzehr abkochen.
  •     Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit Lebensmitteln gründlich reinigen und abtrocknen.
  •     Wisch- und Handtücher nach der Zubereitung von Obst oder Gemüse und rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60° C waschen.

EHEC- Bakterien können infolge der fehlenden Wärmebehandlung auch vorkommen in:

  •     streichfähigen Rohwürsten (z.B. Zwiebelmettwurst, Teewurst, Braunschweiger),
  •     Rohmilchkäse (verpackter Käse aus Rohmilch muss mit dem Wortlaut “mit Rohmilch hergestellt” gekennzeichnet sein),
  •     unpasteurisiertem Apfelsaft.

Außerdem:

  •     Speisen und Getränke nur außerhalb von Tierställen und Gehegen verzehren.
  •     Personen mit Durchfallerkrankungen sollten am besten keine Speisen zubereiten.
  • Das Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen mit EHEC und vielen anderen Durchfallerregern lässt sich mit diesen einfachen Mitteln senken.

Eine vorbeugende Impfung gegen EHEC gibt es nicht.

Quelle: bzga