Wahre Nahrung

Lebensmittel: Legaldefinition

Die Legaldefinition der Lebensmittel (der wahren Nahrung) findet ihren Niederschlag im neuen Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB), welches  das bisherige Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) weitgehend ablöst.

Es ist das LFGB in der Fassung der Bekanntmachung vom 3. Juni 2013, das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 5. Dezember 2014 geändert worden ist.
Das Gesetz  formuliert europaweit geltende  allgemein Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der EUROPÄISCHEN BEHÖRDE für LEBENSMITTELSICHERHEIT, (efsa) und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit.

In diesem  Sinne sind „Lebensmittel alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden. Zu „Lebensmitteln“ zählen auch Getränke, Kaugummi sowie alle Stoffe (einschließlich Wasser), die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Ver- oder Bearbeitung absichtlich zugesetzt werden“.
Das Wort „Genuss“ wie er noch im alten Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) vorkam – …Lebensmittel als Stoffe, die dazu bestimmt sind, zu Zwecken der Ernährung und des Genusses verzehrt zu weden – ist im neuen LFGB nicht mehr zu finden.

Sind denn ESSEN und GENIESSEN inkompatibel? Wohl nicht! Denn wozu sonst erlaubt das Gesetz, den „absichtlichen“ Zusatz von Stoffen bei Herstellung, Ver- oder Bearbeitung unserer Lebensmittel, wenn nicht um sie genießen zu können?
Gelegentlich kann es tatsächlich sein, dass manch einer / manch eine wahllos ver-und bearbeitete Stoffe und Erzeugnisse über den Hunger hinaus konsumiert, eine „Tat“, die gegebenenfalls zu einem „rechtswidrigen“ Genuss führen kann. Dabei ist es nicht auszuschließen, dass ein derartiger Genuss eine NATÜRLICHE AHNDUNG auslöst, weil das Zuviel von einer Sorte und das Zuwenig von einer anderen Sorte der besagten Stoffe und Erzeugnisse Stoffwechselprozesse im Organismus aus dem Gleichgewicht bringen könnten.


Man kann also sagen: wenn auch in den neuen gesetzlichen Regelungen der Begriff GENUSS nicht explizit genannt wird, kann der (bedingte) GENUSS von Stoffen und Erzeugnissen, die wir zu Zwecken der Ernährung verzehren, keine Sünde sein.
Das impliziert die Beachtung bestimmter Grundsätzen, wie die richtige Lebensmittelauswahl, Abwechslung, Maß halten.

Hierfür sind Kenntnisse über die Inhaltsstoffe unserer Nahrung und ihre Bedeutung für eine normale Entwicklung des Organismus  und die Aufrechterhaltung der Gesundheit hilfreich.
All das berücksichtigend ist dann ein Leichtes, die richtige Wahl für die Versorgung und einen gesunden Genuss zu treffen.

Die durch Analysen bestimmten Bestandteile unserer Nahrung lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

Nährstoffe Inhaltsstoffe Bausteine Vertreter
Makronährstoffe Kohlenhydrate Monosaccharide Glukose, Fruktose
Disaccharide Zucker
Polysaccharide Stärke
Eiweiß (Proteine) Aminosäuren essentielle: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin (Cystein), Phenylalanin (Tyrosin), Threonin, Tryptophan und Valin
semi-essentielle: Arginin, Histidin, Cystein, Tyrosin
nicht essentielle: Alanin, Asparagin(säure), Glutamin(säure), Glycin, Hydroxyprolin, Prolin, Serin, Taurin
Fette Glycerin, aliphatische Monocarbonsäuren gesättigte Fettsäuren:
Buttersäure, Palmitinsäure, Stearinsäure
einfach ungesättigte Fettsäuren: Omega-9-Fettsäure: Ölsäure
mehrfach ungesättigte Fettsäuren:
Omega-3-Fettsäure: α-Linolensäure, Eicosapentaensäure, DocosahexaensäureOmega-6-Fettsäure: Linolsäure
Mikronährstoffe Vitamine Stoffe verschiedenster chemischer Struktur: Amine, Alkohole, Ascorbinsäure u. a.m. fettlösliche:
Vitamin A (Retinol),
Vitamin D (Calciferol), Vitamin E (Tocopherol), Vitamin K (Phyllochinon)
wasserlösliche:
Vitamin B1 (Thiamin)
Vitamin B2 (Riboflavin)
Vitamin B3 (Niacin) Vitamin B6 (Pyridoxin) Vitamin B5 (Pantothensäure) Vitamin B12 (Cyanocobalamin) Vitamin C (Ascorbinsäure) Folsäure
Mineralstoffe anorganische Verbindungen Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor
Spurenelemente anorganische Verbindungen Chrom, Eisen, Fluorid, Jod, Lithium, Mangan Molybdän, Selen, Vanadium, Zink
Weitere Vitalstoffe Enzyme Eiweiß (Proteine) Bromelain, Papain, Lipase, Amilase
Coenzyme Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente Q10
sekundäre Pflanzenstoffe Carotinoide, Phytosterine, Glucosinolate, Polyphenole, Phytoöstrogene, Protease-Inhibitoren, Saponine,
Terpene,Sulfide
β-Carotin, Lykopin, Lutein, Zeaxanthin; β-Sitoterin; Flavonoide, Anthocyanidine, Quercetin, Hesperidin; Phenolsäuren;Isoflavone, Lignane
Isopren;Triterpenoide, Phenolderivate
Wasser
Alkohol Ethanol
Ballaststoffe Guarpflanze, Polysaccharide Guar, Pektine, Agar-Agar, Cellulose
Zusatzstoffe Stoffe verschiedenster chemischer Struktur Antioxidantien, Aromen, Emulgatoren, Farbstoffe, Geliermittel, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe, Süßstoffe Verdickungsmittel