Zusatzstoffe

Lebensmittelzusatzstoffe i. S. d. Verordnung (EG) Nr. 1333/2008, zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) Nr. 298/2014 sind Stoffe, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Ver- oder Bearbeitung „absichtlich“ zugesetzt werden.



Nach EU-Recht müssen alle Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen werden, bevor sie in Lebensmitteln verwendet werden können. Ein Lebensmittelzusatzstoff kann nur zugelassen werden, wenn er in den vorgeschlagenen Gebrauchsmengen nach verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen kein Gesundheitsrisiko für den Verbraucher darstellt.

Derzeit sind etwa 330 Zusatzstoffe erlaubt.
•    Farbstoffe: E 100-180
•    Konservierungsstoffe: E 200-297
•    Antioxidations- und Säuerungsmittel: E 300-385
•    Verdickungs- und Feuchthaltemittel: E 400-495
•    Säuerungsmittel u. a.: E 500-586
•    Geschmacksverstärker: E 620-650
•    Süßstoffe u. a.: E 950-1521

Eine E-Nummer stellt daher auch immer eine Garantie dar, dass der Zusatzstoff eine eingehende Untersuchung durch die EFSA (European Food Safety Authority / Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit) und europäischen Regulierungsapparate erfolgreich durchlaufen hat.

Die in einem Lebensmittel eingesetzten Zusatzstoffe müssen in der Zutatenliste stehen.
Dabei wird der Klassenname vorangestellt. Weiterhin sind entweder die Substanzbezeichnung oder die E-Nummer anzugeben.
Korrekt ist also die Angabe
„Konservierungsmittel E 210“ bzw. „Konservierungsmittel Benzoesäure“
oder
„Süßstoff: Aspartam“ bzw. „Süßstoff: E951“.

Obwohl alle zur Zeit in der EU verwendeten Lebensmittelzusatzstoffe vollständig geprüft und in ihren zulässigen Mengen als sicher bewertet wurden, hat die Kommission die EFSA darum gebeten, alle Zusatzstoffe systematisch neu zu bewerten, die vor dem 20. Januar 2009 für den Gebrauch zugelassen wurden. Viele der ursprünglichen Bewertungen fanden vor Jahrzehnten statt, so dass eine erneute Untersuchung dieser Zusatzstoffe unter Berücksichtigung der neusten wissenschaftlichen Informationen als angemessen angesehen wurde.
Mit der Neubewertung soll auch festgestellt werden, ob eine Änderung der aktuellen Gebrauchsbedingungen für die vor 2009 zugelassenen Lebensmitellzusatzstoffe erforderlich sei, so z. B. eine Änderung der zulässigen Tagesdosis – ADI – (Acceptable Daily Intake /annehmbare tägliche Aufnahme).

Da Farbstoffe Zusatzstoffe waren, die als erstes zugelassen wurden, ist ihnen die höchste Prioritätsstufe bei der Neubewertung gegeben worden. Als nächstes stehen Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel auf der Prioritätenliste (bis Ende 2015 neu zu bewerten) gefolgt von Emulgatoren, Stabilisatoren und Geliermittel (bis Ende 2016 zu bewerten). Alle verbleibenden Lebensmittelzusatzstoffe werden bis Ende 2020 bewertet.

Zu den bekanntesten Zusatzstoffen gehören:
•    Antioxidationsmittel
•    Farbstoffe
•    Süßstoffe
•   Emulgatoren, Stabilisatoren, Geliermittel
•    Geschmacksverstärker, Konservierungsstoff