Alkohol

Auf den ersten Blick mag es sonderbar erscheinen, Alkohol in der Klasse der Vitalstoffe unterzubringen.

Der Hintergrund: In den letzten Jahren war eine Reihe von Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass ein mäßiger Alkoholkonsum günstige Auswirkungen auf die Gesundheit haben soll. So senke ein Gläschen (insbesondere) Rotwein  am Abend den Blutdruck, setze die Blutgerinnung herab und steigere das „gute“ HDL – Cholesterin.

Zahlreiche Berichte über die gesundheitsfördernde Eigenschaften von MÄßIGEM Rotweinkonsum werden auch mit dem so genannten „französischen Paradox“  in Verbindung gebracht: Die französische Küche ist zwar reich an Obst und Gemüse aber auch fettreich; trotzdem sind Franzosen, die zum Essen meist Rotwein in kleineren Mengen trinken, seltener herzkrank.

Es war der französische Wissenschaftler Serge Renaud, der 1991 die Erklärung dieses „Paradoxes“  in den positiven Wirkungen der im Rotwein befindlichen Polyphenole auf gesättigte Fette vermutete.

Mittlerweile scheint ein weiteres im Wein enthaltene Polyphenol, das Resveratrol,  auch Enzyme der Hirnzellen aktivieren zu können.

Vor allem haben aber die in Traubenschalen oder  im kalt gepresstem Traubenkernöl vorkommenden Polyphenole antioxidative Eigenschaften. Sie verhindern den Abbau von Vitamin E, das der Körper dringend benötigt um schädliche freie Radikale abzufangen.

Trotz allem kann der Wein nicht als ein ideales Vorbeuge-Medikament betrachtet werden. Man muss auf jeden Fall  die positiven Wirkungen des Alkohols gegen seine schädigenden als Zellgift abwägen, wie die durch Daten belegte Kernaussage einer  Studie  der Harvard School of Public Health darlegt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnt weiterhin vor täglichem Alkoholkonsum.

Neben dem Zusammenhang Alkohol und Gesundheit sind auch Alkoholgenuss und Verkehrstauglichkeit zwei weitere an sich untrennbare Begriffe – zumindest sollen sie sein, denn die bekannte zulässige Promillegrenze kann schnell erreicht werden.

Im Energiestoffwechsel wird Alkohol in der Leber abgebaut. Der Prozess findet in Gegenwart des Enzyms Alkoholdehydrogenase (ADH) und biologischen Coenzyms Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) statt, wobei der Alkohol zum Acetaldehyd oxidiert wird.

Diese Reaktion ist auch die Grundlage der enzymatischen Blutalkoholbestimmung, der „leidlichen“ Blutalkoholkonzentration, BAK.