Ernährungskonzepte

Als Orientierungshilfe für die Zusammenstellung einer vollwertigen Ernährung wurden wissenschaftliche Erkenntnisse zu Empfehlungen zusammengefasst, bestimmte Regeln aufgestellt und mit graphischen Darstellungen veranschaulicht.





So hat z. B. die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Hinblick auf die energieliefernden Komponente unserer Nahrung – Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette –  Empfehlungen für eine annehmbare Verteilung der Nährstoffenergie ausgearbeitet, Verhaltensregeln für den Umgang mit unseren primären Vitalstoffen und nicht zuletzt im Hinblick auf das Trinkverhalten aufgestellt, (Die 10 Regeln).

Da die PYRAMIDE von Experten als eine sehr einprägsame Darstellungsform gesehen worden ist, entwickelten sich im Laufe der Zeit Ernährungskonzepte als Pyramiden dargestellt.

Jedoch wie in vielen Bereichen unseres Lebens, ist es mittlerweile schwierig, den Überblick in der Welt der Ernährungspyramiden zu bewahren.
Denn je nach Auslegung wissenschaftlicher Erkenntnisse ihrer Urheber entstand so eine Vielfalt an Konzepten, die durch qualitative und quantitative Unterschiede im Verhältnis unter den Energielieferanten unserer Nahrung voneinander abweichen:

Die weltweit bekannteste Pyramide ist die vom Landwirtschaftsministerium der USA entwickelte und 1992 veröffentlichte Ernährungspyramide – die USDA-Pyramide. Nach diesem Konzept sind alle Fette grundsätzlich ungünstig und alle komplexen Kohlenhydrate günstig. Eine Differenzierung zwischen „guten und schlechten Fetten“ oder „guten und schlechten Kohlenhydraten“ wird nicht gemacht.
Ein anderes pyramidales Konzept empfiehlt unbeschränkten Protein- und Fette- Verzehr und wenig Kohlenhydrate (Atkins), während andere Konzepte (Willet oder Glyx/Ludwig ) stärkere Gewichtung von Gemüse und Obst und eine Aufwertung von pflanzlichem Öl sowie Lebensmitteln tierischen Ursprungs empfehlen. Die LOGI“/Worm – Pyramide steht für „Low Glycemic and Insulinemic“, d.h. „niedriger Blutzucker- und Insulinspiegel“, und stellt eine Orientierungshilfe hinsichtlich einer richtigen qualitativen und quantitativen Lebensmittelauswahl dar, indem es sowohl den Glykämischen Index als auch die Glykämische Last eines Lebensmittels berücksichtigt.
Nun die Lebensmittel der Gruppen 5 und 6 – die zwar an der Spitze der Pyramide, damit aber gar nicht so „spitze“ sind – sollten unter Vorbehalt genossen werden.

Eine Abweichung von der klassischen pyramidalen Ernährungsanordnung stellt die dreidimensionale DGE-Pyramide dar, die auch den quantitativen Aspekt bei der Lebensmittelauswahl berücksichtigt. D. h.: wie viel man jeweils von einer Nahrungsmittelart zu sich nehmen sollte. Mit der Abbildung eines WASSERGLASES wird bildhaft auf die physiologische Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr hingewiesen, insbesondere in Form von kalorienarmen oder kalorienfreien Getränken.
Die vielen Diskussionen um die richtige Pyramide und die daraus resultierenden widersprüchlichen Empfehlungen machen einem nicht leicht sie in die tägliche Ernährungspraxis umzusetzen. Sie haben aber auch dazu angeregt, eine allgemeine Ernährungspyramide zu entwerfen: die aid-Ernährungspyramide.
Mit anschaulichen Symbolen, selbsterklärenden Ampelfarben und die Unterteilung der Pyramidenebenen in Portionsbausteine bietet das Konzept eine klare Orientierungshilfe im Alltag.